Sanierung der Stiftskirche

Liebe Gemeindeglieder

in der Novembersitzung hatten die Mitglieder des Kirchengemeinderats neben den Informationen über den aktuellen Stand der Sanierungsmaßnahmen am Bauabschnitt 3 auch die jeweiligen Kostenentwicklungen der Bauabschnitte 1 und 2 beschlossen, sowie der Bauabschnitte 3 und 4 (hier liegen lediglich aktualisierte Kostenhochrechnungen vor ) zur Kenntnis genommen.

Nachdem der Bauabschnitt 1 eine deutliche Kostenreduzierung aufwies, wurde der Bauabschnitt 2 aufgrund der teilweise extremen im Vorfeld nicht wahrzunehmenden Schädigungen im Bereich des Turms, der Pankratiuskapelle und des Chorraums mit deutlichen Mehrkosten abgerechnet.

In der Summe der beiden ersten Maßnahmen hatten wir aber die Planvorgaben der ursprünglichen Kostenberechnungen erreicht.

Die Kostenhochrechnungen für den Bauabschnitt 3, der nun kurz vor seiner Fertigstellung steht – die Arbeiten an der Außenfassade werden pünktlich vor dem 1. Advent abgeschlossen sein. Die Arbeiten im Hochschiff auf der Nordseite werden noch vor den Weihnachtsfeiertagen abgeschlossen werden – weisen ebenfalls eine deutliche Kostensteigerung auf.
Die Gründe hierfür sind hauptsächlich an den Schädigungen an dem Gebälk zu finden sowie an den damit verbundenen sehr aufwendigen Flaschner- und Rekonstruierungsmaßnahmen auf und unter dem Hochschiffdach.
Festzuhalten ist, dass keinerlei Maßnahmen durchgeführt wurden, die die technischen Erfordernisse überstiegen hätten. Aus heutiger bautechnischer Sicht wurden die Schädigungen in Absprache mit dem Landesdenkmalamt, den Fachingenieuren, dem Architekten, der hiesigen Kirchenpflege, des Bauausschusses sowie der landeskirchlichen Bauberatung lediglich in gebotener Weise durchgeführt.

Der Sanierungsabschnitt 4 ist bautechnisch identisch zu dem 3. Abschnitt. Viele Erfahrungen im aktuell gemachten Jahr können dann im nächsten Jahr Anwendung finden. Dies gilt auch für die technischen Herangehensweisen an die teilweise sehr diffizilen Sanierungsthematiken.
Allerdings ist aufgrund aller Voruntersuchungen zu befürchten, dass die Schädigungen an der Nordseite größer sind als die im jetzigen Bauabschnitt.

Die aktuellen Kosteneinschätzungen gehen von einem Gesamtvolumen in Höhe von 1.630.000.000 € aus. Bis dato gingen wir aufgrund der Kostenberechnungen im Jahr 2011 und 2012 von rund 1.500.000 € aus.
Neben den bereits oben geschilderten vielschichtigen Gründen, schlägt sicherlich auch der sogenannte Baukostenindex zu einem nicht unerheblichen Teil zu Buche.
Der Baukostenindex steht für die üblichen jährlichen Kostensteigerungen im Baubereich. Hier in der Region ist dieser aufgrund der Hagelschädigungen im Jahr 2013 exponentiell gestiegen. Dies trägt allein mit rund 100.000 .-€ über den Zeitraum 2011-2015 zu den Kostensteigerungen bei.

Im Laufe des Jubiläumsjahres ist ein Informationsabend geplant (der genaue Termin wird noch mitgeteilt) an dem sich alle Interessierte die diversen Schädigungen und Maßnahmen anhand einer Bildpräsentation anschauen können. Fachleute werden dann auf Ihre Fragen Antworten geben können.
Wir danken allen Gebern und Geberinnen für deren Spenden und Opfer, die diese finanzielle Mamut -Aufgabe helfen zu stemmen. Aufgrund der oben erwähnten Kostenentwicklungen ist der Betrag den es nun seitens der Kirchengemeinden aus Spenden und Opfer noch zu beschreiten gilt wieder auf rund 500.000.-€ angestiegen.

Dennoch sind wir zuversichtlich, dass wir mit Gottes Begleitung und Ihrer Unterstützung auch diesen Betrag in den kommenden 2-3 Jahren einwerben können.

Nach dem Motto des im kommenden Jahr stattfindenden Stiftskirchenjubiläum anlässlich des vor 150 Jahren durch den Baumeister Christian Friedrich von Leins erbauten Langschiffes „Lebendige Steine“, investieren wir nicht nur in Steine und Fialen sondern vielmehr in das lebendige und vielseitige Kirchen- und Glaubensleben im Inneren der Stiftskirche.
Kai Münzing
Kirchenpfleger